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SpiritPod-Everest Metaphysic Earth Power

16. Mai 2004, 5.50 Uhr: Topalpinist Kilian Volken erreicht den Gipfel des Mount Everest. Für SpiritPod bringt er Gestein vom magischen Gelben Band herunter.


Tagebuchauszüge von Kilian Volken

Tagebuchauszüge von Kilian Volken

 

Samstagabend 19.00 Uhr im Anjungilak-Zelt auf dem Südsattel, 7930 m. Immer noch starker Wind, zu stark für einen bevorstehenden Gipfelangriff. Um 20.00 Uhr legt sich der Wind. Der Countdown läuft!


GALERIE


Wir beginnen, uns startklar zu machen. Grösstes Problem: Kalte Füsse trotz der vakuumierten Socken. Peter und ich massieren uns gegenseitig die Füsse. 21.00 Uhr: Wir nehmen uns jeder für sich die Zeit, nochmals die Route, die wir mit zirka 10 bis 11 Stunden kalkulieren, im Kopf einzuprägen. Ich versuche, positiv zu denken, denke kurz an alle meine Lieben zu Hause in der Schweiz und wo sie sonst überall leben. Mir kommt das Lied von Sina in den Sinn: Die Nacht vor dem Überfall. Irgendwie passt dieser Titel zur jetzigen Situation.


21.30 Uhr: Heraus aus dem Zelt, kein Vollmond, stockfinster aber sternenklar. Vor uns viele Lichter, schwer festzustellen, sind es 50, 60 oder mehr Bergsteiger. Langsam folgen Peter und ich diesem brennenden Fackelzug, wir sind fast die Letzten und werden auch nicht schneller, also bleiben wir hinten dran. Bei mir schleicht sich ein Problem heran. Die Füsse werden immer kälter und und bereiten Mühe beim Laufen. Ich weiss es aus der Erfahrung, je weniger Sauerstoff, desto schneller treten Erfrierungen am Körper auf. So stehe ich vor der Wahl, den Gipfel ohne Hilfe von Sauerstoff zu erreichen, aber mit abgefrorenen Füssen, oder ich vergesse unser Vorhaben, werde weniger ehrgeizig, nehme Sauerstoff und stehe ohne Schaden vielleicht auf dem höchsten Berg der Welt. Zu Peter sage ich noch nichts. Vermutlich leidet er auch. So quälen wir uns noch eine Zeit lang die steile Eisflanke hoch, bis sich die Route nach rechts auf einen Grat zieht.


Eben kommt mir noch ein Satz in den Sinn, den ich im Base Camp gelesen habe: "Ich gehe davon aus, dass wenn ein Mensch anfängt, Sauerstoff zu inhalieren, sein Geist bereits durch den Berg besiegt wurde und die Grenzen seiner Fähigkeiten sehr klar definiert wurden!" Was solls? Ich denke, eine Everest-Besteigung ist auch mit Sauerstoff eine tolle und seriöse Leistung, immerhin sind wir jetzt schon über 30 Tage am Berg. Wir haben gelitten und gefroren und sind dennoch am entscheidenden Tag angelangt. So gesehen macht nur „mit oder ohne“ den Tag anders. Einen Blick auf den Höhenmesser. Der zeigt mir schon 8450 Höhenmeter, aber die Füsse sind fast nicht mehr auszuhalten. Ich halte kurz an. Ohne lange zu überlegen rufe ich Peter zu: Mein Vorhaben ist aus, ich hänge mich an die Flasche. Ich stelle diese auf ca. 1,5 Bar ein, sodass ich genügend Sauerstoff habe für den Auf- und Abstieg, denn wir haben lediglich nur zwei Flaschen mit 2,5 Liter bei uns.


Keine 20 Minuten später fühle ich mich super wohl von Kopf bis Fuss, keine Kälte, kein Leiden mehr, jetzt bin ich so richtig "zwäg" für den Gipfelsturm. Ich denke, Peter hat dieselben Gefühle. Je höher wir steigen, umso mehr Lichtlein sind hinter uns und umso weniger vor uns. Obwohl die Flanken und Gräte immer steiler werden, fühle ich mich immer besser und besser. Bald einmal weiss ich: Heute wird es mein Tag! Der Körper macht mit und ich strotze vor Ehrgeiz. Ich bin mir aber bewusst, dass ich nicht auf die Berge steige, um ihre Gipfel zu erobern. Für wen auch? Ich begebe mich in Grenzsituationen, um meine Ängste, Zweifel und Hochgefühle zu erfahren. Hochgefühle erfahre ich schon beim Aufstieg zum Südgipfel. Die Nacht ist sternenklar, kein bisschen Wind, nur einige starke Wetterleuchten über dem Makkalu, sodass man denken könnte, dieser werde mit einer starken Blitzlichtkammera immer wieder fotografiert. Das Sternenmeer ist nicht nur ob mir, wie bei uns in den Alpen, nein, wenn ich nach links schaue Sterne, wenn ich nach rechts schaue Sterne, einzigartig und faszinierend, diese Nacht am Everest.


Langsam wird es hell. Ich steige weiter und lasse, ohne dass ich will, immer mehr Bergsteiger hinter mir. 8751 m, Südgipfel und ein weiteres Hochgefühl. Sonnenaufgang und der Grat zum Hauptgipfel, welch ein Anblick! Ich staune und bleibe stehen. Vor mir nur noch zwei Bergsteiger. Ich gehe weiter. Noch vor dem Hillarystep hole ich diese ein. Ein Sherpa und ein Bergsteiger von irgendwo. Voller Überzeugung steige ich den Hillarystep hoch, den ich mir schwieriger vorgestellt habe. Letzter Quergang im Felsen und wieder gehts auf dem Firn- und Schneegrat weiter. Das kleine chinesische Stativ, umwickelt mit ein paar Gebetsfahnen, welches ich von Bildern und aus Büchern kenne, steht plötzlich vor mir.


05.50 Uhr: Ich knie mich nieder, ziehe meinen Rucksack über dieses Stativ, umarme diesen und alle Emotionen brechen aus. Ich weine, weine… – warum weiss ich nicht. Aber ich lasse meinen Tränen freien Lauf, denn ich bin ganz allein auf dem Everest, dem höchsten Berg der Welt. Ist es die grosse Einsamkeit, ist es die grosse Erleichterung? Ich weiss es nicht!

Ich weiss nur, diese 15 Minuten werden in meinem Leben eine wichtige und unvergessliche Zeitspanne bleiben. Jetzt kommt der Sherpa mit seinem Gast, Hand in Hand, und sofort danach mein Bergkamerad Peter. Ein neues Hochgefühl, erneut ein Gefühlsbad. Peter und ich stehen zusammen auf den höchsten Berg der Welt, umarmen, gratulieren und freuen uns. Nach so viel Mühe und so vielen Strapazen, zusammen dieses Hochgefühl erleben zu dürfen. Eines habe ich inzwischen gelernt: Auch wenn körperliche Fitness, technische Fertigkeiten und die Ausrüstung für den Erfolg von fundamentaler Bedeutung sind, so spielen beim Bergsteigen die zwischenmenschlichen Beziehungen eine enorm wichtige Rolle. Danke Peter!


Die Gipfelstunde auf dem Everest wird mir unvergesslich bleiben, auch des Wetters wegen. Kein Wind, eine enorme Weitsicht, fotografieren ohne Handschuhe. Berge, die unten im Base Camp wie Riesen wirkten, sind nur noch kleine Hügel. Blick auf die umliegenden Achttausender. Überhaupt, es kommt mir so vor, ich sehe auf die ganze Welt hinunter. Ich könnte diese umarmen! Keine Gefühle wie Zweifel und Ängste, wie dies einst ein Schweizer Schriftsteller geschrieben hat (René Dittert): Die Spitze des Everest "berührt die verbotenen Türen und Grenzen des Lebens."


Wir machen uns fertig für den Abstieg über den Hillarystep zum Südgipfel. Bergsteiger und Sherpas begegnen uns. Diesen ins Gesicht zu schauen, ist verwerfend. Leidend, kämpfend, auf Biegen und Brechen möchten auch sie ihr Ziel erreichen. Einige werden es schaffen, viele geben auf, müssen aufgeben, müssen mit einer grossen Enttäuschung wieder absteigen. Peter und ich kommen zügig voran. Von weit oben sehe ich bereits ein kleines Zeltdorf, das Camp 4 auf dem South Col, auch die höchste Mülldeponie der Welt genannt. Sicher, es gibt viele leere Sauerstoff-Flaschen, zerfetzte Zelte, zerbrochene Zeltstangen und viele, viele Gaskartuschen. Alles zusammengekommen in den letzten 50 Jahren. Wer weiss, wenn die Idee von Bruno Jelk wahr wird, wird auch diese eines Tages gesäubert und per Helikopter weggeräumt.


Im Zelt angekommen, kann ich mich einen Moment ausruhen und erholen. Bis Peter kommt, kann ich bereits meinen Gipfelanzug ausziehen und mit den üblichen Bergkleidern tauschen. Ich erlaube mir, per Satelliten-Telefon meinen Eltern Bescheid zu sagen. Denn sie verdienen diese Nachricht, nicht nur zur Erlösung ihrer Ängste in den vergangenen Wochen. Nein, auch als Mitgefühl der Freude ihres Sohnes wegen. Doch als ich die Stimme meiner Mutter höre, holen mich meine Gipfel-Emotionen gleich wieder ein. Und so wird es ein kurzes, aber wichtiges Telefongespräch.


Auszug aus Swiss-Everest-Expedition 2004, http://www.rro.ch/clients/everest

 

Preis SpiritPod-Everest inkl. MWST: CHF 245.-- Jeder SpiritPod wird in einem schwarzen Etui ausgeliefert. Darin sind auch die Angaben des Inhaltes sowie die persönliche Nr. enthalten. Ein hochwertiges Kautschuckcollier mit Verschluss ist im Preis inbegriffen.

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